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Lins Leben war schon früh der Musik gewidmet: Der Vater Musiker und Sänger im Stil der NDW, die Mutter performte mit ihrer Band unter anderem irischen Folk. Beide nahmen Lin schon früh mit auf ihre Konzerte. Die ersten eigenen Banderfahrungen sammelte Lin, geboren 1973 im hessischen Wetzlar, in den Achtzigern als Punk- und Hardcore-Schlagzeuger. Anfang der Neunziger Jahre gründete er dann zusammen mit anderen Musikern die Rap-Band Hobo-Tribe, die zahlreiche Auftritte in der Heimatstadt Giessen spielte. Musikalische Vorbilder waren damals Beastie Boys und Public Enemy: Der  Gedanke war, Raps zu machen und sie live mit Band zu performen.

Giessen war als Stützpunkt der Army seit der Nachkriegszeit beeinflusst von US-amerikanischer Kultur. So hatte die deutsche Old-School-Bewegung des deutschen HipHop auch in Giessen ihre Wurzeln, lange bevor deutscher Rap kommerziell vermarktet wurde. Einer der Rapper dieser ersten Generation, Scid de Beat, rappte und beatboxte auch in einer späteren Formation von Hobo-Tribe. Die Gruppe Hobo-Tribe (Magic P, Mellow D, Stre, Red Pipe, Nasi und Lin) wurde zu einer Formation mit wechselnden Bandmitgliedern (unter anderem mit Ali & Ibro Achmet, Tochi, Mars, Ronnie). Dann gingen drei Bandmitglieder nach Berlin, die Gruppe wurde aufgelöst.

1995, das Geld war knapp und der Zivildienst beendet, verkaufte Lin seine Musikerseele und ging mit dem damals sehr erfolgreichen Eurodance-Rap-Projekt DJ Bobo auf Europatournee. Zu einer Zeit, als das Rödelhartreim-Projekt begann, am Rap-Thron der Fantastischen Vier zu rütteln, war es in der Rap-Scene nicht angesehen, mit DJ Bobo auf der Bühne zu stehen. Oli Banjo war zwar damals auch dabei, allerdings als Vorgruppe mit der Eurodance-Formation College Club. Aber die Zeiten ändern dich eben, und von „keep it real“ konnte man sich heute wie damals nicht viel kaufen.

Nach der Tour ging es zum Lehramt-Studium nach Oldenburg: Musik, Geschichte und Politik waren die Fächer. Während dieser Zeit studierte Lin ein Jahr an der CSULB in Long Musik und Geschichte, haute bei ein paar Poetry-Slams deutsche Freestyle Raps ‘raus und wandelte auf den Spuren Snoop Doggy Dogs. Zurück in Deutschland widmete sich Lin dann verstärkt dem Texten von Raps und dem Conga-Spielen. Ein paar Jahre spielte er Percussion in der Band Barry Künzel (mit Arne, Diedrichson, Hubertus Cunz und Martin) unter anderem beim Battle of the Year als Support für den Tänzer Storm. In Hamburg spielte Lin mit der Trommel-Formation Obrooni auch beim erfolgreichen Musical König der Löwen; mittlerweile ist er Leiter von Obrooni.

Nun ist Lin schon seit ein paar Jahren Lehrer für Geschichte und Musik; Oldenburg ist er seit dem Studium treu geblieben, obwohl er seine hessische Heimat manchmal etwas vermisst. In Oldenburg spielt Lin häufig zusammen mit seinem Freund und Songwriter Uwe Bruns (Oldenburg/Hamburg) und der Tänzerin und Sängerin Gili Goverman (Oldenburgisches Staatstheater). Gastauftritte hat Lin hier unter anderem bei der Gruppe Wilson und Jeffrey (Westa und Gob) absolviert. Seit ein paar Jahren ist er zudem als Solorapper aktiv: Musik, Beats und Texte sind handgemacht. Bei den Kompositionen wird er unterstützt von seinem Freunden Kai Baker (Bass) und Uwe Bruns (Gitarre, Gesang).

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